Bonderite und Konversionsschichten: Korrosionsschutz und Haftgrund
Konversionsschichten verwandeln die Metalloberfläche chemisch in eine fest haftende Schutzschicht. Sie verbessern den Korrosionsschutz und die Haftung nachfolgender Lacke und Klebungen. Marken wie Bonderite (Henkel) stehen exemplarisch für solche Vorbehandlungssysteme.
Auf den Punkt: Was ist eine Konversionsschicht?
Eine Konversionsschicht entsteht, indem die Metalloberfläche chemisch in eine fest verankerte, nichtmetallische Schicht umgewandelt wird (z. B. Phosphatierung bei Stahl, Passivierung bei Aluminium und Zink). Sie dient als Korrosionsschutz und als Haftgrund für Lacke und Klebstoffe. Das passende Verfahren richtet sich nach Grundwerkstoff und Folgeprozess; verbindlich sind die Prozess- und Produktdatenblätter.
Warum Vorbehandlung über Erfolg entscheidet
Lacke und Klebungen halten nur so gut wie der Untergrund. Eine blanke Metalloberfläche trägt Öle, Oxide und lose Partikel; sie korrodiert und bietet schlechten Halt. Reinigung plus Konversionsschicht schaffen eine definierte, haftungsfördernde und korrosionshemmende Basis.
Die wichtigsten Verfahren
| Verfahren | Geeignet für | Zweck |
|---|---|---|
| Zink-/Eisenphosphatierung | Stahl | Korrosionsschutz + Lackhaftung |
| Passivierung | Aluminium, Zink, Edelstahl | Korrosionsschutz + Haftung |
| Chromfreie Alternativen | Aluminium | Korrosionsschutz ohne Chrom(VI) |
| Beizen/Entfetten (Vorstufe) | alle Metalle | Reinigen, Oxide entfernen |
Richtwerte – die konkrete Eignung ist produkt- und anwendungsabhängig und im jeweiligen technischen Datenblatt zu prüfen.
Typischer Prozessablauf
- Reinigen/Entfetten: Öle, Fette, Schmutz entfernen.
- Spülen: Reinigerreste auswaschen.
- Konversionsbehandlung: Schicht aufbauen (Tauchen, Spritzen).
- Spülen und Trocknen: definierte Oberfläche für den Folgeprozess.
- Lackieren / Kleben: innerhalb des empfohlenen Zeitfensters.
Auswahl: worauf es ankommt
- Grundwerkstoff (Stahl, Alu, Zink, Edelstahl),
- Folgeprozess (Pulverlack, Nasslack, Klebung),
- Korrosionsanforderung und Umgebung,
- regulatorische Vorgaben (z. B. Chromfreiheit),
- Applikationsart (Tauchanlage, Spritzen, manuell).
Chromfreie Vorbehandlung von Aluminium
Klassische Chromatierungen mit Chrom(VI) sind regulatorisch stark eingeschränkt. Moderne chromfreie Konversionsverfahren (z. B. auf Titan-/Zirkon-Basis) bieten Korrosionsschutz und Lackhaftung ohne Chrom(VI) und sind heute der Standard für viele Aluminiumanwendungen.
Konversionsschicht vs. reine Reinigung
Eine reine Entfettung schafft eine saubere, aber nicht dauerhaft geschützte Oberfläche. Erst die Konversionsschicht verankert sich chemisch, hemmt Unterwanderungskorrosion und verbessert die Lebensdauer der Lack- oder Klebverbindung deutlich.
Häufige Fragen
Brauche ich nach der Konversionsschicht noch einen Primer?
Oft ist die Konversionsschicht bereits ein guter Haftgrund. Für anspruchsvolle Klebungen kann zusätzlich ein Primer sinnvoll sein – nach Vorgabe des Klebstoffherstellers.
Wie lange ist eine konversionsbehandelte Oberfläche aktiv?
Die Haftaktivität nimmt mit der Zeit ab. Der Folgeprozess sollte innerhalb des im Datenblatt genannten Zeitfensters erfolgen.
Eignet sich Phosphatierung auch für Edelstahl?
Für Edelstahl ist eher Passivierung relevant. Phosphatierung wird vor allem bei un- und niedriglegiertem Stahl eingesetzt.
Quellen und technische Grundlage
Die Angaben beruhen auf Hersteller- und Prozessdatenblättern (u.a. Henkel/Bonderite) sowie anerkannten oberflächentechnischen Grundlagen. Verfahrensparameter und Eignung sind anwendungsabhängig und den jeweiligen technischen Datenblättern zu entnehmen.
Wie SILITECH unterstützt
Sagen Sie uns Werkstoff, Korrosionsanforderung und Folgeprozess – wir empfehlen ein passendes Vorbehandlungssystem und liefern die technischen Unterlagen.