Zum Inhalt springen

Leitfähige Beschichtungen und Leitlacke: EDAG für gedruckte Elektronik und ESD

Leitfähige Beschichtungen und Leitlacke: EDAG für gedruckte Elektronik und ESD

Leitfähige Beschichtungen, auch Leitlacke genannt, machen Oberflächen elektrisch leitend. Mit ihnen entstehen gedruckte Widerstände, Folienheizungen, Tastaturen und Schutz gegen elektrostatische Entladung. Die LOCTITE EDAG-Reihe deckt diese Aufgaben ab. Dieser Beitrag zeigt Aufbau, Anwendungen und Auswahl.

Auf den Punkt: was leitfähige Beschichtungen leisten

Ein Leitlack schafft einen leitfähigen Pfad auf einem nichtleitenden Untergrund. So lassen sich Schaltungen, Widerstände, Heizflächen und Sensoren direkt aufdrucken und statische Aufladung gezielt ableiten. Wie gut eine Schicht leitet, beschreibt der Flächenwiderstand, und der ist je nach Typ sehr unterschiedlich.

Wie ein Leitlack funktioniert

Ein Leitlack besteht aus einem Bindemittel und einem leitfähigen Füllstoff. Bei der EDAG-Reihe ist das meist Kohlenstoff in Form von Graphit oder Russ, für höhere Leitfähigkeit gibt es auch silbergefüllte Typen. Der Lack wird aufgedruckt und getrocknet, dabei bildet der Füllstoff ein leitfähiges Netzwerk. Kennwert ist der Flächenwiderstand in Ohm pro Quadrat (Ohm/sq), niedrige Werte bedeuten gute Leitfähigkeit.

Typische Anwendungen

AnwendungBeispiel
Gedruckte Widerstände und SchaltungenNiederspannungs-Schaltungen auf Folie
Heizelementeflächige Folienheizungen
Folientastaturen und Touch-SchalterMembranschalter, Tastaturen
Flexible Schaltungengedruckte Leiterbahnen auf Polyester oder Polyimid
Sensorikleitfähige Sensorflächen
ESD-SchutzAbleitung statischer Aufladung

Den passenden Typ wählen

Drei Kriterien führen zur Wahl. Der Flächenwiderstand bestimmt die Funktion. Er reicht je nach Typ von rund 20 Ohm/sq bis in den Megohm-Bereich und lässt sich bei einzelnen Produkten durch Mischen einstellen, etwa LOCTITE EDAG 6017SS zusammen mit EDAG PM-404. Der Untergrund muss passen, gängig sind Polyester, Polyimid, Polycarbonat sowie Papier und Karton. Und der Prozess entscheidet mit: die EDAG-Tinten sind siebdruckfähig, von Hand bis Rolle-zu-Rolle. Massgeblich ist das Datenblatt des jeweiligen Typs.

Verarbeitung im Siebdruck

  1. Material vor Gebrauch gründlich aufrühren, dabei Lufteinschlag vermeiden.
  2. Im Siebdruck auftragen, Sieb und Rakel nach Datenblatt wählen.
  3. Nach Vorgabe trocknen, typisch 90 bis 120 °C, höhere Temperatur verkürzt die Trocknung.
  4. Sieb und Gerät mit MEK, MIBK oder Aceton reinigen.
  5. Entnommenes Material nicht in den Originalbehälter zurückgeben.

Grenzen und Hinweise

Die EDAG-Tinten sind thermoplastisch, die Dauergebrauchstemperatur liegt typisch um 100 °C. Sie sind als gedruckte Funktionsschicht ausgelegt, nicht als dekorativer Lack. Für die EMV-Abschirmung von Gehäusen oder für stark silberhaltige Hochleistungstinten gibt es eigene Beschichtungen, dazu beraten wir gezielt. Eigene Vorversuche zur Eignung sind empfohlen, so wie es der Hersteller angibt.

Typische Fehler

  • Typ mit unpassendem Flächenwiderstand gewählt.
  • Untergrund verträgt das Lösemittel des Lacks nicht.
  • Zu kurz oder zu kalt getrocknet, dadurch instabile Widerstandswerte.
  • Material nicht aufgerührt, ungleichmässige Schicht.
  • Dauertemperatur über der Grenze des Typs.

Welcher EDAG-Typ zu Ihrem Flächenwiderstand, Untergrund und Prozess passt, klären wir gerne anhand des Datenblatts.

Leitfähige Beschichtungen und Leitlacke: EDAG für gedruckte Elektronik und ESD
SILITECH AG, Florian Liechti 16. Juni 2026
UV-Klebstoffe sicher aushärten: Aushärtekammer, Dosis und Prozesskontrolle