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Vergussmassen & Elektrogiessharze für Elektronik: Epoxid, Silikon oder PU?

30. März 2026 durch
Vergussmassen & Elektrogiessharze für Elektronik: Epoxid, Silikon oder PU?
SILITECH AG, Florian Liechti

Auf den Punkt: Welche Vergussmasse für Elektronik?

Für Elektronikverguss kommen unter anderem Silikon, Epoxid und Polyurethan (PU) infrage. Die geeignete Formulierung hängt von der Baugruppe, ihrem Temperaturbereich, der mechanischen Belastung, dem Kontakt mit Feuchtigkeit oder Chemikalien und dem Fertigungsprozess ab. Eine Materialklasse allein belegt weder eine bestimmte Schutzart noch die Eignung für ein konkretes Bauteil. Massgeblich sind das aktuelle Herstellerdatenblatt und die Prüfung in der Anwendung.

Vergussmassen im Sortiment ansehen oder eine Offerte für Elektronikverguss anfragen. Nennen Sie dabei Baugruppe, gewünschte Menge, Temperaturbereich und besondere Anforderungen. So können wir ein konkretes Produkt mit Datenblatt und Verfügbarkeit prüfen.

Was ist Elektronikverguss?

Beim Verguss wird eine fliessfähige Masse in oder um eine elektronische Baugruppe eingebracht und ausgehärtet. Sie kann Bauteile fixieren und vor Umwelteinflüssen schützen. Wie gut das funktioniert, hängt von Material, Gehäuse, Verarbeitung und Prüfung der fertigen Baugruppe ab. Henkel beschreibt Flüssigverguss als Methode zur Umhüllung kompletter elektronischer Baugruppen und unterscheidet ihn von dünnen Schutzbeschichtungen. Henkel: Schutzmaterialien für Elektronik.

Vollverguss oder Schutzbeschichtung?

Bei einem Vollverguss wird Material in den vorgesehenen Raum der Baugruppe eingebracht. Eine Schutzbeschichtung trägt dagegen eine dünne Schicht auf ausgewählte Oberflächen auf. Beide Verfahren haben unterschiedliche Anforderungen an Gehäuse, Zugänglichkeit, Reparatur und Fertigung. Ein Produktname oder die Materialklasse ersetzt keine Prüfung der Schutzwirkung der fertigen Baugruppe. Henkel erläutert die Verfahren im Vergleich.

  • Vollverguss: Prüfen Sie Füllraum, Bauteilgeometrie, Wärmeweg, Dosierung und die gewünschte Nacharbeit.
  • Beschichtung: Prüfen Sie, welche Bereiche bedeckt werden müssen und welche Kontakte oder Prüfpunkte frei bleiben sollen.

Silikon, Epoxid oder PU: Die Auswahlkriterien

Die folgenden Tendenzen helfen beim Eingrenzen. Sie sind keine Zusicherung für ein bestimmtes Produkt. Eigenschaften und Zulassungen müssen für die konkrete Formulierung im Herstellerdatenblatt geprüft werden.

Silikon-Vergussmassen

Sie werden unter anderem für empfindliche Bauteile, Bewegungen und anspruchsvolle Temperaturprofile geprüft. Entscheidend sind beim konkreten Produkt Haftung, Aushärtung, elektrische oder optische Eigenschaften und Verarbeitung.

Epoxid-Vergussmassen

Sie werden unter anderem geprüft, wenn mechanische Festigkeit und Formstabilität wichtig sind. Spannungen in der Baugruppe, Temperaturprofil und eine mögliche spätere Reparatur müssen berücksichtigt werden.

PU-Vergussmasse

Sie werden unter anderem geprüft, wenn Flexibilität und mechanischer Schutz gemeinsam gefragt sind. Medienkontakt, Verarbeitung und der zulässige Temperaturbereich sind für die konkrete Formulierung zu prüfen.

Ein Henkel Leitfaden zum thermischen Verguss vergleicht diese Materialklassen als Ausgangspunkt der Auswahl. Die dort beschriebenen Tendenzen ersetzen ausdrücklich nicht die Prüfung der konkreten Formulierung und Baugruppe. Elkem zeigt Silikonlösungen für Elektronikverguss, darunter RTV-Systeme für unterschiedliche Anwendungen.

Wärmeleitfähige Vergussmasse: Mehr als ein λ-Wert

Wenn eine Baugruppe Wärme abführen muss, reicht der λ-Wert eines Materials allein nicht für die Auswahl. Bauteilgeometrie, Schichtdicke, Kontaktflächen und Verarbeitung beeinflussen den Wärmeweg. Für einen Produktvergleich werden die erforderliche Wärmeleitung, elektrische Isolation, Verarbeitung und Betriebstemperatur gemeinsam betrachtet. Der Henkel Leitfaden behandelt diese Punkte als Teil der Auslegung. Quelle: Thermal Potting for EV Components.

Teilen Sie uns bei einer Anfrage nach wärmeleitfähiger Vergussmasse die Verlustleistung, verfügbare Geometrie und zulässige Bauteiltemperatur mit, soweit bekannt. Wir prüfen dazu passende Herstellerunterlagen und mögliche Produkte. Technische Auswahl besprechen.

So wird aus einer Materialfrage eine prüfbare Offerte

Für eine belastbare Empfehlung oder Offerte helfen diese Angaben:

  1. Baugruppe und Einsatzort: Was wird vergossen, und unter welchen Bedingungen wird die Baugruppe eingesetzt?
  2. Temperatur und Medien: Welche Betriebs- und Verarbeitungstemperaturen sowie Kontakte mit Feuchtigkeit oder Chemikalien sind zu erwarten?
  3. Elektrische und thermische Anforderungen: Wird Isolation, Wärmeabfuhr oder eine bestimmte optische Eigenschaft benötigt?
  4. Fertigung: Welche Geometrie, Vergussmenge, Dosiermethode und Aushärtebedingungen sind vorgesehen?
  5. Beschaffung: Welche Testmenge, spätere Serienmenge und welcher Termin werden benötigt?

Falls Sie bereits eine Produktbezeichnung haben und eine Alternative suchen, senden Sie auch das aktuelle Datenblatt oder die Artikelnummer. Eine Alternative ist erst nach Abgleich der Anforderungen und einem geeigneten Anwendungstest beurteilbar. Vergussmasse und Offerte anfragen.

Häufige Fragen zum Elektronikverguss

Welche Vergussmasse ist für LED-Module geeignet?

Das hängt unter anderem von optischen Anforderungen, Wärmeentwicklung, Gehäuse und Einsatzumgebung ab. Elkem nennt optisch klare Silikonformulierungen für bestimmte LED-Anwendungen. Ob ein konkretes Produkt passt, ergibt sich aus dessen Datenblatt und einem Versuch mit der Baugruppe. Elkem: Elektronikverguss.

Ist eine vergossene Baugruppe automatisch gegen Wasser geschützt?

Nein. Die Schutzwirkung hängt auch von Gehäuse, Anschlüssen, Verarbeitung und Prüfung der gesamten Baugruppe ab. Eine bestimmte Schutzart lässt sich aus der Materialklasse allein nicht ableiten.

Kann eine vergossene Baugruppe repariert werden?

Die Möglichkeit zur Nacharbeit ist von Material, Geometrie und Bauteil abhängig. Henkel beschreibt Flüssigverguss häufig als dauerhafte, schwer nacharbeitbare Lösung. Klären Sie Reparaturanforderungen vor der Materialauswahl. Henkel: Schutzmaterialien für Elektronik.

Kann SILITECH ein anderes Produkt ersetzen?

Wir können eine mögliche Alternative anhand des ursprünglichen Datenblatts und Ihrer Anwendung prüfen. Chemische Familie, Verarbeitung, elektrische und mechanische Eigenschaften sowie Freigaben müssen passen. Eine pauschale Gleichwertigkeit wird nicht behauptet.

Welche Mindestmenge und Lieferzeit gelten?

Das hängt vom konkreten Produkt und aktuellem Bestand oder Lieferantenangebot ab. Fragen Sie die benötigte Testmenge oder Serienmenge an. Wir klären Gebinde, Preis und Termin im konkreten Fall.

Produkte und Beratung

Elektrogiessharze und Vergussmassen im Sortiment. Für eine Anwendung mit besonderen Anforderungen nutzen Sie das Offertenformular für Elektronikverguss. Nennen Sie Ihre Anforderungen und eine gewünschte Testmenge. Das erleichtert die Auswahl anhand aktueller Herstellerdatenblätter.

Vertiefend: Potting und Encapsulation, Wärmeleitfähigkeit beim Verguss und Schutzlacke für Leiterplatten.

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