FUGEN / MENGENPLANUNG & VERARBEITUNG
Aus Fugenbreite, Fugentiefe und Gesamtlänge lässt sich die benötigte Dichtstoffmenge berechnen. Das folgende Beispiel zeigt die Umrechnung in Kartuschen und Beutel. Ergänzend finden Sie Hinweise zur Produktauswahl und Sanierung bestehender Fugen.
Berechnung des Dichtstoffbedarfs
Für einen rechteckigen Querschnitt gilt: Breite in mm × Tiefe in mm × Länge in m = Volumen in ml. Bei anderen Querschnitten ist deren tatsächliche Fläche anzusetzen.
| Berechnung | Beispiel |
|---|---|
| Fugenmasse | 10 mm breit · 8 mm tief · 12 m lang |
| Theoretisches Volumen | 10 × 8 × 12 = 960 ml |
| Reserve im Beispiel: 10 % | 960 × 1,10 = 1’056 ml |
| Gebinde mit 290 ml | 1’056 ÷ 290 = 3,64 → 4 Kartuschen |
| Gebinde mit 310 ml | 1’056 ÷ 310 = 3,41 → 4 Kartuschen |
| Gebinde mit 600 ml | 1’056 ÷ 600 = 1,76 → 2 Beutel |
Anforderungen an den Dichtstoff
Untergrund und Oberfläche
Der Dichtstoff muss auf beiden Fugenflanken haften. Bei lackierten oder beschichteten Bauteilen ist die Haftung auf der Beschichtung zu prüfen.
Bewegung und Belastung
Bauteilbewegungen, Wasser, Temperatur und mechanische Belastung bestimmen die Anforderungen an die Fuge. Die erforderlichen Fugenabmessungen müssen vor der Mengenberechnung feststehen.
Verarbeitung und Aushärtung
Material- und Untergrundtemperatur beeinflussen die Verarbeitung und Aushärtung. Eine gebildete Haut bedeutet noch nicht, dass die Fuge bereits vollständig belastbar ist.
Anstrichverträglichkeit
Soll die Fuge überstrichen werden, müssen Anstrich und Dichtstoff miteinander verträglich sein. Der Anstrich muss ausserdem die Fugenbewegung aufnehmen können.
Schäden an bestehenden Fugen
| Beobachtung | Mögliche Ursache prüfen |
|---|---|
| Dichtstoff löst sich von der Flanke | Reinigung, Vorbehandlung, Haftung und Werkstoffverträglichkeit. |
| Riss im Dichtstoff oder Ausbruch im Untergrund | Fugenbewegung, Dimensionierung und Tragfähigkeit des Untergrunds. |
| Frühe Risse nach der Ausführung | Bewegung während der Aushärtung und Verarbeitungsklima. |
| Aufquellen, Versprödung oder Verfärbung | Chemische Belastung und Verträglichkeit der beteiligten Materialien. |
Vor der Sanierung muss geklärt werden, welcher Dichtstoff bisher verwendet wurde und weshalb die Fuge beschädigt ist. Das Merkblatt beschreibt die weiteren Arbeitsschritte.
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Bitte geben Sie die Werkstoffe, Fugenabmessungen, Gesamtlänge und Einsatzbedingungen an. Bei einer Sanierung benötigen wir zusätzlich Angaben zum bisherigen Dichtstoff und Fotos des Schadens.
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