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Feuchtigkeitshärtung · Elastische Fugen

MS-Polymere

Eine Haut bedeutet noch keine vollständige Härtung im Inneren.

Produkt und Anwendung

Wähle das System, damit nur passende Prüfschritte erscheinen. Ohne Angabe bleibt die Prüfung allgemein.

Alle Prüfschritte dieses Leitfadens – auch ohne den geführten Ablauf nutzbar.

Begriffe kurz erklärt
Handfestigkeit
Die Teile lassen sich vorsichtig handhaben. Die Verbindung ist noch nicht zwingend voll belastbar.
Vollständige Aushärtung
Die für das Produkt vorgeschriebenen Härtungsbedingungen und Zeiten wurden eingehalten.
Klebespalt
Abstand zwischen den beiden Fügeflächen, nicht die Länge der Klebenaht.
Topfzeit und Düsenstandzeit
Verarbeitbarkeit einer angemischten Menge und Verarbeitbarkeit in der Mischdüse getrennt prüfen.
Innen weich, aussen bereits eine Haut 3 Prüfschritte

MS-Polymere härten durch Feuchtigkeit von aussen nach innen.

1 · Feuchtezutritt

Kann ausreichend Feuchtigkeit an die Klebschicht gelangen?

Trockene Bedingungen und abgeschlossene Fugen können die Durchhärtung bremsen.

  • Umgebungsfeuchte und Fugenzugang prüfen.
  • Feuchtebedingungen innerhalb der Herstellervorgaben verbessern; nicht einfach Wasser einmischen.
2 · Schichtdicke

Passt die vorgesehene Wartezeit zur tatsächlichen Schichtdicke?

Dickere Schichten härten langsamer durch.

  • Fugendicke messen und Durchhärtung nach dem produktspezifischen Zeitplan prüfen.
  • Die Verbindung erst nach ausreichender Durchhärtung belasten.
3 · Lagerung

Ist das Material innerhalb der Haltbarkeit und nach Datenblatt gelagert worden?

Alterung, Feuchtigkeit, Trennung der Komponenten oder ungeeignete Temperaturen können Verarbeitung und Härtung verändern.

  • Charge, Ablaufdatum und Lagerverlauf erfassen.
  • Auf Entmischung, Verdickung und Verunreinigung prüfen. Auffälliges Material nicht durch eigenmächtige Zusätze korrigieren.
  • Bei unklarer Materialqualität eine frische, korrekt gelagerte Charge als Vergleich prüfen.
Lässt sich schlecht auspressen 2 Prüfschritte

Nach dem Öffnen kann Feuchtigkeit Material in der Düse aushärten.

1 · Düse

Ist die Düse frei von ausgehärtetem Material?

Eine lange Standzeit kann die Düse blockieren.

  • Düse nach Produktvorgabe freimachen oder ersetzen.
  • Nach Gebrauch dicht verschliessen und weitere Härtung Richtung Gebinde vermeiden.
2 · Lagerung

Ist das Material innerhalb der Haltbarkeit und nach Datenblatt gelagert worden?

Alterung, Feuchtigkeit, Trennung der Komponenten oder ungeeignete Temperaturen können Verarbeitung und Härtung verändern.

  • Charge, Ablaufdatum und Lagerverlauf erfassen.
  • Auf Entmischung, Verdickung und Verunreinigung prüfen. Auffälliges Material nicht durch eigenmächtige Zusätze korrigieren.
  • Bei unklarer Materialqualität eine frische, korrekt gelagerte Charge als Vergleich prüfen.
Festigkeit reicht nicht aus 3 Prüfschritte

MS-Polymere eignen sich vor allem für elastische, niedrigmodulige Verbindungen und grössere Klebflächen.

1 · Auslegung

Passt ein elastisches System zur geforderten Tragfähigkeit?

Hohe strukturelle Festigkeit kann eine andere Klebstofftechnologie erfordern.

  • Klebfläche, Belastung und Verformungsanforderungen prüfen.
  • Bei hoher struktureller Beanspruchung eine andere Technologie mit der Anwendungstechnik bewerten.
2 · Oberfläche

Sind die tatsächlichen Werkstoffe sauber, trocken und passend vorbereitet?

Öl, Trennmittel, Lacke und schwache Oxidschichten können die Haftung beeinträchtigen. Auch ein Lieferantenwechsel kann die Oberfläche verändern.

  • Werkstoff und Legierung beziehungsweise Kunststoffmischung feststellen. Lieferant nach Änderungen an Trennmitteln, Weichmachern und Beschichtungen fragen.
  • Reinigungsverfahren auf den Werkstoff abstimmen und Reiniger vollständig verdunsten lassen. Strahlmittel auf Sauberkeit und Zustand prüfen.
  • Nach der Vorbehandlung zeitnah kleben und erneutes Berühren oder Oxidieren vermeiden. Benetzbarkeit bei Bedarf mit geeigneten Prüfmitteln untersuchen.
3 · Belastung

Wird die Verbindung erst nach ausreichender Aushärtung innerhalb ihrer Einsatzbedingungen belastet?

Zu frühe Belastung, Schälkräfte, Medien oder unterschiedliche Wärmeausdehnung können eine zunächst gute Verbindung schwächen.

  • Wartezeit bis zur Belastung mit dem Produktdatenblatt abgleichen.
  • Fugengeometrie, Temperatur, Chemikalien und Feuchte im realen Einsatz erfassen.
  • Bei Schälbelastung oder unterschiedlichen Werkstoffen zähere beziehungsweise flexiblere Systeme mit der Anwendungstechnik prüfen.

Deutsch aufbereitet nach dem archivierten Permabond-Leitfaden troubleshooting-ms-polymer.md. Produktspezifische Werte und Verfahren immer mit dem zugehörigen technischen Datenblatt abgleichen.