Metallaktivität, Fuge und Sauberkeit bestimmen den Härtungsprozess.
Produkt und Anwendung
Wähle das System, damit nur passende Prüfschritte erscheinen. Ohne Angabe bleibt die Prüfung allgemein.
01
Was beobachtest du?
02
Ursache eingrenzen
03
Zum Nachschlagen
Alle Prüfschritte dieses Leitfadens – auch ohne den geführten Ablauf nutzbar.
Begriffe kurz erklärt
Handfestigkeit
Die Teile lassen sich vorsichtig handhaben. Die Verbindung ist noch nicht zwingend voll belastbar.
Vollständige Aushärtung
Die für das Produkt vorgeschriebenen Härtungsbedingungen und Zeiten wurden eingehalten.
Klebespalt
Abstand zwischen den beiden Fügeflächen, nicht die Länge der Klebenaht.
Topfzeit und Düsenstandzeit
Verarbeitbarkeit einer angemischten Menge und Verarbeitbarkeit in der Mischdüse getrennt prüfen.
Härtet nicht oder zu langsam 3 Prüfschritte
Prüfe zuerst den Kontakt zu geeigneten metallischen Oberflächen.
1 · Metallkontakt
Hat der Klebstoff Kontakt zu geeigneten, unbeschichteten Metallflächen?
Lack, Beschichtungen und passive Metalle können die Härtung beeinflussen.
Werkstoff, Oberflächenaktivität und Beschichtungen prüfen.
Bei passiven Metallen einen geeigneten Aktivator wie A905 oder ASC10 anhand der Produktvorgaben prüfen.
2 · Fugenspalt
Liegt der tatsächliche Spalt innerhalb der produktspezifischen Grenzen?
Zu grosse Spalte und Sauerstoffeinfluss am Rand einer schmalen Fuge können die Reaktion stören.
Toleranzen messen statt nur Zeichnungswerte zu übernehmen.
Aktuelle Teile mit früheren Bauteilen vergleichen. Spaltfüllvermögen im konkreten TDS nachsehen.
3 · Temperatur
Entspricht die tatsächliche Verarbeitungstemperatur den Angaben für das Produkt?
Kälte verlangsamt viele Härtungsreaktionen. Eine dünne Klebschicht kann langsamer härten als eine grössere angemischte Menge.
Temperatur an Material, Bauteil und Arbeitsplatz erfassen.
Vorgesehene Warte- und Härtungszeiten einhalten. Wärme nur innerhalb des produktspezifischen Härtungsplans einsetzen.
Topfzeit und Zeit in der Mischdüse getrennt von der Zeit bis zur Belastbarkeit betrachten.
Klumpen oder Gel im Gebinde 3 Prüfschritte
Metallpartikel und ungeeignete Dosierteile können eine Reaktion im Material auslösen.
1 · Verunreinigung
Bleiben Düsenspitze und Material frei von Metallkontakt und Partikeln?
Kontakt mit Metallflächen oder Metallstaub kann das Material verunreinigen.
Gebinde nach Gebrauch verschliessen.
Düsenspitze nicht am Metall abstreifen; eingetauchte Teile und offene Tauchbäder als Kontaminationsquellen prüfen.
2 · Dosiersystem
Sind Behälter, Ventile, Tauchrohre und Düsen für anaerobe Produkte geeignet?
Metallteile im Dosiersystem können unerwünschte Reaktionen fördern.
Alle materialberührenden Komponenten überprüfen.
Nicht beliebig umfüllen: Die Originalverpackung und ihr Luftraum gehören zum Stabilisierungskonzept.
3 · Lagerung
Ist das Material innerhalb der Haltbarkeit und nach Datenblatt gelagert worden?
Alterung, Feuchtigkeit, Trennung der Komponenten oder ungeeignete Temperaturen können Verarbeitung und Härtung verändern.
Charge, Ablaufdatum und Lagerverlauf erfassen.
Auf Entmischung, Verdickung und Verunreinigung prüfen. Auffälliges Material nicht durch eigenmächtige Zusätze korrigieren.
Bei unklarer Materialqualität eine frische, korrekt gelagerte Charge als Vergleich prüfen.
Rohrgewinde undicht 3 Prüfschritte
Entscheidend sind Kontaktzone, Klebstoffmenge und erreichte Festigkeit.
1 · Kontaktzone
Liegt genügend Dichtmittel dort, wo die montierten Gewinde tatsächlich Kontakt haben?
Bei konisch-zylindrischen Paarungen kann ein Auftrag nur ganz vorne an der Spitze die Kontaktzone verfehlen.
Auftrag entlang der tatsächlichen Kontaktzone prüfen.
Der Leitfaden beschreibt bei A1058 den Auftrag am Aussengewinde mehrere Gänge hinter der Vorderkante. Die konkrete Verbindung nach Produktvorgabe auslegen.
2 · Auftrag & Fixierung
Wird ausreichend Klebstoff an der richtigen Stelle aufgetragen und die Fuge während der Härtung ruhig gehalten?
Lücken im Auftrag, falsche Kontaktstellen und Bewegungen während der Härtung können örtliche Ausfälle erklären.
Dosierung und tatsächliche Benetzung der Kontaktfläche prüfen.
Fixierung bis zur erforderlichen Festigkeit beibehalten; auf Luftspalte und aufgerissene Strukturen achten.
Fehlerquote und Verteilung dokumentieren. Einzelne Ausfälle können auf schwankende Prozessbedingungen hinweisen.
3 · Belastung
Wird die Verbindung erst nach ausreichender Aushärtung innerhalb ihrer Einsatzbedingungen belastet?
Zu frühe Belastung, Schälkräfte, Medien oder unterschiedliche Wärmeausdehnung können eine zunächst gute Verbindung schwächen.
Wartezeit bis zur Belastung mit dem Produktdatenblatt abgleichen.
Fugengeometrie, Temperatur, Chemikalien und Feuchte im realen Einsatz erfassen.
Bei Schälbelastung oder unterschiedlichen Werkstoffen zähere beziehungsweise flexiblere Systeme mit der Anwendungstechnik prüfen.
Zu geringe Festigkeit 3 Prüfschritte
Grenze zuerst das Bruchbild ein und prüfe danach Oberfläche, Auftrag und Belastung.
1 · Oberfläche
Sind die tatsächlichen Werkstoffe sauber, trocken und passend vorbereitet?
Öl, Trennmittel, Lacke und schwache Oxidschichten können die Haftung beeinträchtigen. Auch ein Lieferantenwechsel kann die Oberfläche verändern.
Werkstoff und Legierung beziehungsweise Kunststoffmischung feststellen. Lieferant nach Änderungen an Trennmitteln, Weichmachern und Beschichtungen fragen.
Reinigungsverfahren auf den Werkstoff abstimmen und Reiniger vollständig verdunsten lassen. Strahlmittel auf Sauberkeit und Zustand prüfen.
Nach der Vorbehandlung zeitnah kleben und erneutes Berühren oder Oxidieren vermeiden. Benetzbarkeit bei Bedarf mit geeigneten Prüfmitteln untersuchen.
2 · Auftrag & Fixierung
Wird ausreichend Klebstoff an der richtigen Stelle aufgetragen und die Fuge während der Härtung ruhig gehalten?
Lücken im Auftrag, falsche Kontaktstellen und Bewegungen während der Härtung können örtliche Ausfälle erklären.
Dosierung und tatsächliche Benetzung der Kontaktfläche prüfen.
Fixierung bis zur erforderlichen Festigkeit beibehalten; auf Luftspalte und aufgerissene Strukturen achten.
Fehlerquote und Verteilung dokumentieren. Einzelne Ausfälle können auf schwankende Prozessbedingungen hinweisen.
3 · Belastung
Wird die Verbindung erst nach ausreichender Aushärtung innerhalb ihrer Einsatzbedingungen belastet?
Zu frühe Belastung, Schälkräfte, Medien oder unterschiedliche Wärmeausdehnung können eine zunächst gute Verbindung schwächen.
Wartezeit bis zur Belastung mit dem Produktdatenblatt abgleichen.
Fugengeometrie, Temperatur, Chemikalien und Feuchte im realen Einsatz erfassen.
Bei Schälbelastung oder unterschiedlichen Werkstoffen zähere beziehungsweise flexiblere Systeme mit der Anwendungstechnik prüfen.
Zusätzliche Hinweise aus der Quelle
Kälte wirkt bei passiven Metallen besonders stark. Im Leitfaden wird MH052 als Vergleich zu A1044 für kalte Edelstahl-Rohrverbindungen genannt; das ist keine pauschale Austauschfreigabe.
Für sehr passive Metalle nennt die Quelle unter anderem HM163 und HM135; Produkt- und Anwendungsgrenzen separat prüfen.
Deutsch aufbereitet nach dem archivierten Permabond-Leitfaden troubleshooting-anaerobics.md. Produktspezifische Werte und Verfahren immer mit dem zugehörigen technischen Datenblatt abgleichen.